Bruder Jakob Pezzei: Ein hoher Geburtstag – und ein seltenes Jubiläum

Bruder Jakob Pezzei: Ein hoher Geburtstag – und ein seltenes Jubiläum

Der Senior des Missionshauses Milland, Bruder Jakob Pezzei, der aus dem schönen Campill im Gadertal stammt, feierte in diesem Jahr sein diamantenes Ordens- und Professjubiläum und seinen 90. Geburtstag. Es war wohl das Beispiel seiner beiden Onkel, das den jungen Jakob dazu bewog, sich den Comboni-Missionaren anzuschließen. Der eine war Bruder Ignaz Pezzei, der fast sein ganzes Leben der Mission in Südafrika widmete, und der andere Pater Johann Pezzei, der vor allem in Peru über viele Jahre eine segensreiche Tätigkeit entfaltete.

Dorthin war ihm nach seiner Ordensausbildung in Ellwangen auch Bruder Jakob schon vor seiner Ewigen Profess gefolgt, in der er sein Leben am 21. Juni 1963 für immer der Mission weihte. Das war in Huánuco, wo er für viele Dienste in der Hausgemeinschaft und in der Pfarrei zur Verfügung stand. Von dort kam er 1971 für einige Jahre nach Spanien und gehörte als Verwalter zur neu gegründeten Gemeinschaft in Palencia. Besonders gerne erinnert sich Bruder Jakob an die darauffolgenden neun Jahre in der Domstadt Bamberg, wo er in der Provinzverwaltung mitarbeitete und für Haus und Garten sorgte.

Nach einem Erneuerungskurs in Rom kehrte er wieder nach Peru zurück. Hier übernahm er vom Provinzhaus in Lima aus die wichtige Aufgabe eines Prokurators, der für die Einreise- und Ausreisegenehmigungen der Missionare zu sorgen hatte. Bruder Jakob verstand es gute freundschaftliche Kontakte zu den Vertretern der zuständigen staatlichen und kirchlichen Behörden aufzubauen, was die sonst oft mühsame und langwierige Erledigung der „Amtsgeschäfte“ in Vielem erleichterte. Noch einmal kam er danach für einige Zeit für besondere Dienste nach Bamberg und ins Missionshaus Milland. Aber schon im Jahre 2006 kehrte er wieder nach Peru zurück und arbeitete beim Bischof von Huánuco, wo ihm neben anderen Tätigkeiten vor allem eine Initiative zu einem besonderen Herzensanliegen wurde. Auf dem Gebiet der Pfarrei San Pedro und überall in der Stadt gab es sehr viele Kinder aus den ärmsten Schichten der Bevölkerung, die sich nach oder vor der Schule kein ausreichendes Essen leisten konnten. Für sie hat Bruder Jakob an mehreren Stellen und im Turnus mit seinen Helferinnen und Helfern für hunderte Kinder eine regelmäßige Ausspeisung organisiert. Durch die Zuwendung von Wohltätern aus Europa war es möglich, einen nahrhaften Speiseplan zu erstellen, der aus Suppe, Reis, Kartoffeln und Fisch bestand.

Wenn man heute mit unserem Bruder Jakob über seine „comedores“ und seine „niños“ spricht, beginnen seine Augen zu strahlen – und er ist froh darüber, dass der peruanische Pfarrer diese Aktion weiterführt. Inzwischen hatte Bruder Jakob längst seinen Achtziger überschritten, und es war Zeit, seiner zweiten Heimat Peru „Adiós“ zu sagen. Seit 2017 ist er nun Teil unserer Hausgemeinschaft in Milland. Aber ganz zur Ruhe setzen will er sich auch mit seinen neunzig Jahren nicht – und wir sind froh darüber, dass er sehr großen Wert darauf legt, im Speisesaal und bei der Verpackung der Zeitschriften behilflich zu sein und als Lektor und Vorbeter bei den Gottesdiensten seine Stimme hören zu lassen.

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