Herrlichkeit (2. Fastensonntag – Mt 17, 1-9)

Auf dem Tabor hast du dich verraten. Da brach deine Herrlichkeit aus dir heraus, die Kyrios-Herrlichkeit. Die ist jetzt da, mit dir auf Erden und im Himmel da. War immer schon, brach aus auf dem Berg aus dir. Sie schwand wieder, vor den Augen der Jünger. Auslöschen kann sie nicht, konnte es nicht einmal, als du starbst. Sie bleibt ins ewige Jetzt deiner bleibenden Menschenperson hinein da. Auch bei uns, da, wo der Mensch ist. Sie ist nirgends und nie mehr nicht da.

Epiphanie auf Tabor, die ins Jetzt und Heute und in alles, was kommt, hineinbrennt. Es ist richtig, dass ich alles Denken lasse und in diese deine Verwandlung hineinschaue, die alle Schöpfung mit verwandelt, «von Herrlichkeit zu Herrlichkeit».

Jesus ist der Kyrios. Auf Tabor gibt er es zu. Das muss auch ganz untheologisch gesagt sein, von wem, hat nichts zu sagen. Nur ist alles Sagen darüber nichts-sagend.

Aus: Silja Walter, Die Beichte im Zeichen des Fisches. Ein geistliches Tagebuch. Topos plus Verlagsgemeinschaft, Kevelaer 2005

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