Sich umarmen lassen (24. So. i. J. – Lk 15, 1-32)

Der Vater spricht zu sich:
Zwei Söhne habe ich, die mir lieb sind.
Der Ältere ist immer bei mir,
und alles, was mein ist, ist auch sein.
Es ist manchmal schwierig,
mit ihm zu reden, er meint, er wisse alles,
und von seinem Bruder hält er nicht viel.
Er spricht von ihm nur so: »Dein Sohn«.
Es fehlt ihm oft an Vertrauen,
mir zu sagen, was er sich wünscht,
und mich um etwas zu bitten.

Der Jüngere – ich musste ihn ziehen lassen,
er will seine Freiheit erproben,
und sie wird ihn heimführen.
Wenn er meint, sie verloren zu haben,
und die Not ihn zur Umkehr treibt,
wird er sich umarmen lassen aus freiem Herzen.
Ich sorge mich nicht um ihn,
nur um den andern.

Maria Otto

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