18. Sonntag im Lesejahr B – Ganz der Vater – Joh 6,41-51

Ganz der Vater … oder ganz die Mutter, so sagen die Leute heute noch, wenn sie die Ähnlichkeit von Kindern zu den Eltern erkennen. Zur Zeit Jesu war es nicht anders, da war Jesus, der Sohn Josefs, dessen Vater und Mutter sie kannten. Wie sollte er etwas Besonderes sein? Unmöglich hieß es, die Geburt prädestiniert einen Menschen wie früher ob adelig oder gemeiner Mann, ob als Hindu aus einer angesehenen Kaste oder als armer Kastenloser. So könnte ich fortfahren mit Ansehensunterschieden in der heutigen Gesellschaft, wo man vom Geldadel spricht, denn Geld regiert die Welt oder Harz IV Beziehern.

„Wieso sagt er (Jesus) jetzt: Aus dem Himmel bin ich niedergestiegen?“  So fragten sich die Leute damals. Unbegreiflich war für sie die einmalige Beziehung Jesu zu seinem himmlischen Vater. Jesus weiß, wenn Menschen Vertrauen zu Gott haben, so ist das nicht sein Verdienst, sondern Gott zieht an, das heißt Gott ist attraktiv, Jesus ist nur der Sprecher des Handelns des Vaters. Dieser Vater im Himmel lässt auferstehen am letzten Tag. Wir nennen diesen Tag heute auch den jüngsten Tag. Wohl gemerkt, bei Gott gibt es keine Vergangenheit, Gegenwart, noch eine Zukunft, es gibt nur ein Sein oder Dasein von Ewigkeit zu Ewigkeit. Zu Jesus kommt nur, wer eine Sehnsucht nach dem Vater hat, sein Wort hört und bei ihm lernt. Mit den biologischen Augen hat keiner Gott- Vater gesehen. „Nur der von Gott west – der hat den Vater gesehen“ (6,46) Es kommt also auf das Wesen Gottes an, das umschrieben wird mit Liebe, nichts als Liebe oder reine Liebe. Und wer die Liebe erkennt und verwirklicht, der hat den Vater gesehen. Und jetzt kommt heute die Frohbotschaft, eingeläutet mit wahr ist’s oder Amen, Amen, wer glaubt hat unendliches Leben. Gott ist nicht endendes Leben und wir partizipieren an diesem ewigen Leben. Brot wie das Manna oder andere Nahrungsmittel wie Fleisch dienen zum irdischen Überleben für kurze Zeit. Für Christen zählt nur, was ewiges Leben garantiert und dies ist die Verbundenheit mit Jesus im Zeichen der Eucharistie von Brot und Wein. Also es kommt nicht auf die irdische Nahrung an, sondern auf die Verbundenheit mit seinem himmlischen Vater durch Jesus Christus, dem Menschensohn.

Charlotte Sachs
5.8.2021

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