Evangelium von heute

5. April, Dienstag der fünften Fastenwoche

Wir hören in diesen Tagen immer wieder Ausschnitte aus der Erfahrung Israels in der Wüste; die Wüstenwanderung auch als Modell der Geschichte der Christenheit, Modell unseres Lebens als einzelner und als Mitglied einer Gemeinschaft, die einige Jahre zusam­men unterwegs ist.

Am Anfang, nach dem Auszug aus Ägypten war die Stimmung großartig. Doch der lange Marsch durch die Wüste hat Spuren hinterlassen: Was anfangs neu und großartig aussah, wird bald grau und eintönig. Wenn dann noch persönliche dunkle Stunden, Enttäuschungen, Krisen des Glaubens oder des Gebetes hinzukommen, dann kommt der Verdruss in uns auf und vergiften uns. Das sind die Giftschlangen, von denen wir heute hören werden.

Es herrscht Revolte im Volk gegen Mose – letztlich gegen Gott. Die Menschen sind der Ausgesetztheit dieser Wanderung, dem Ausgeliefertsein an Gott und sein Wort, der beständigen Gleichheit der Nahrung, die von ihm kommt, müde und überdrüssig.

Sie möchten wieder sein wie all die anderen Leute auch und sehnen sich zurück nach Ägypten. Die Unterdrückung ist vergessen, sie er­innern sich nur noch, dass alles normal war: die Mahlzeiten, die Wohnungen, die Alltäglichkeiten.

Jesus ist gekommen, um sein Volk aus der Routine der Alltäglichkeit herauszuführen. Die Norm und das Normale hinter uns zu lassen und neue Wege zu gehen. Die Liebe Jesu, die sich letztlich darin zeigt, dass er für uns am Kreuz erhöht wird, ist der Maßstab aller Dinge, das Heilmittel, durch das wir wirklich Leben haben.

Am Kreuz wird Jesus Christus zum Zeichen der Hoffnung gegen alle Hoffnungslosigkeiten; zum Zeichen der Hoffnung auf den Sieg der Liebe des Vaters. So wird er zum Ebenbild Gottes; und zum Symbol und Garant der Hoffnung auf Rettung für uns.

Im Evangelium heute wird wieder einmal klar, dass Jesus und die Pharisäer aneinander vorbeireden und man kann die Enttäuschung Jesus anmerken, wenn er sagt: Warum rede ich überhaupt noch mit euch! Aber auch wir sollten uns gerade in der Fastenzeit immer wieder die Frage stellen, wo vielleicht der Wille Gottes in den Hintergrund gerät, weil die Erwartungen und Verpflichtungen der Welt uns wichtiger sind.…

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