Dienstag der 15. Woche im Kirchenjahr

Mt 11,20-24: Am Tag des Gerichts werden Tyrus und Sidon und das Land Sodom weniger streng behandelt werden als ihr.

Ob wir uns bekehrt hätten, wenn wir in der Zeit Jesu gelebt hätten, irgendwo am See Gennesaret? Die Leute, die damals in Kafarnaum und den anderen Städten wohnten, hielten es nicht für notwendig, sich auf das Wort Jesu hin zu bekehren; sie waren doch gute Menschen – wie wir.

Das Risiko ist in der Tat vorhanden! Israel hatte eine außergewöhnliche Erfahrung mit Gott gemacht, es war dazu berufen worden, das Volk des Bundes zu sein, das Volk, das den göttlichen Willen verkündet. Von Gott selbst berufen, allen Völkern das Antlitz des barmherzigen Gottes zu verkünden, hatte sich Israel in sich selbst verschlossen, war immer in der Defensive und reduzierte seine Aufgabe auf einen sterilen Konservatismus.

So waren die Selbstbewussten davon überzeugt, dass sie besser waren als die heidnischen Völker, und vor dieser Gewissheit schützten sie sich. Da sie sich auf ihre Überzeugungen verließen und sich sicher waren, dass nichts Gott von ihren Entscheidungen abbringen würde, machten sie sich nicht die Mühe, den Glauben, der sie an den Herrn band, lebendig zu halten.

Deshalb warnt Jesus angesichts der hartnäckigen Weigerung seiner Mitbürger: Es wird keine Rettung geben, wenn sie nicht bereit sind, ihre Einstellung zu ändern. Sogar die verschmähten heidnischen Städte, die von den Gläubigen als verflucht angesehen werden, werden am Ende der Zeit eine bessere Behandlung erfahren.

Achten wir also auf uns und unseren Glauben: Wir haben so viel empfangen, um so viel geben zu können. Wir sollten nicht in die Arroganz verfallen, uns privilegiert zu fühlen.

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