Joh 8,21-30 Wenn ihr den Menschensohn erhöht habt, dann werdet ihr erkennen, dass Ich es bin
Wer ist Jesus wirklich? Diese Frage gewann im Laufe des Wirkens Jesu zunehmend an Bedeutung, bis sich bei seinen Zeitgenossen das Bewusstsein für seinen messianischen Anspruch durchsetzte.
Jesus ist gekommen, um sein Volk aus der Routine der Alltäglichkeit herauszuführen. Die Norm und das Normale hinter uns zu lassen und neue Wege zu gehen. Die Liebe Jesu, die sich letztlich darin zeigt, dass er für uns am Kreuz erhöht wird, ist der Maßstab aller Dinge, das Heilmittel, durch das wir wirklich Leben haben.
Am Kreuz wird Jesus Christus zum Zeichen der Hoffnung gegen alle Hoffnungslosigkeiten; zum Zeichen der Hoffnung auf den Sieg der Liebe des Vaters. So wird er zum Ebenbild Gottes; und zum Symbol und Garant der Hoffnung auf Rettung für uns.
Aber im Evangelium wird heute auch wieder einmal klar, dass Jesus und die Pharisäer aneinander vorbeireden und man kann die Enttäuschung Jesus anmerken, wenn er sagt: Warum rede ich überhaupt noch mit euch! Diese wachsende Spannung, der Jesus ausgesetzt war, wird im Johannesevangelium, das wir am Ende der Fastenzeit lesen, ausführlich dokumentiert. Auch wir fragen uns, wie die Zuhörer des Nazareners: Wer ist dieser Mann wirklich? Im heutigen Abschnitt geht Jesus weit, er provoziert uns, er rüttelt uns auf: Mehrmals verwendet er, wenn er von sich selbst spricht, den Namen Gottes: „Ich bin“. Allein schon das Aussprechen des Namens Gottes galt als schweres Verbrechen, als Gräuel, als schreckliche Sünde! Es war undenkbar, dass sich jemand, der bei klarem Verstand war, diesen Namen zuschrieb!
Und Jesus bittet seine Zuhörer, um seine tiefe Identität zu beweisen, auf seine Werke zu schauen und in seinem Verhalten das Wirken Gottes zu erkennen. Auch wir wollen in diesen Tagen der Wüste die Werke des Vaters in unserem Leben erkennen, seine verborgene Gegenwart in den Falten des Alltags sehen. Wenn wir in Jesus den wahren Offenbarer Gottes erkennen, werden wir mit ihm die Gegenwart des Vaters erfahren.
