Mt 5,17-37 Zu den Alten ist gesagt worden – ich aber sage euch
AHA, sagen die Franken heut – seid gegrüßt ihr lieben Leut.
Ihr lieben Schwestern und auch ihr wenigen Brüder –
die Faschingszeit, die hat uns wieder
Zuerst will ich hier die Angst vertreiben,
ihr müsstet eine Büttenrede nun erleiden
nein, eine Predigt werd ich natürlich halten
und ihr könnt ruhig dazu die Hände falten.
denn die Botschaft Jesu hab ich wohl bedacht
und sie verborgen in die Predigt eingebracht
Zunächst mal hatte ich vor kurzem einen Traum:
ich stand allein im Kirchenraum.
Die vord‘ren Bänke schluchzten laut,
warum sind wir hier vorn überhaupt verbaut
und nicht da hinten wo die Massen,
sich Samstagabend (am Sonntag) niederlassen?
Ich wollte Trost den Bänken spenden,
doch hab ich’s nicht in meinen Händen.
Deshalb bitt‘ ich euch immer wieder:
Lasst euch doch mal ganz vorne nieder!
Auch wenn das vielen fällt sehr schwer:
denkt dran: Es kostet auch nicht mehr!
Beginnen will ich mit der Faschingszeit
für viele ist sie ja die fünfte Jahreszeit
gar lebens-wichtig, mit ihrer Heiterkeit.
Andere können es gar nicht fassen,
dass an diesen Tagen so viele sind, so ausgelassen.
denn das Bibelwort von heute lässt sie nicht ruhn,
„du sollst das eine lassen und das andere nur tun.“
Da muss ich auf die erste Lesung schielen
wo der Mensch glaubt er könne mit Geboten spielen
Gebote, Gott den Menschen gab
und damit um dessen Entscheidung warb,
ob Leben oder Tod er wählen würde
das ist und bleibt des Menschen eigne Bürde.
Doch keinem, so heißt es da am End
Gott befahl gottlos zu sein und sei es noch so sehr im Trend.
Genauso wenig sollen Menschen sündigen,
sondern vielmehr dem Teufel auf der Stelle kündigen.
Also wie steht es nun mit der Faschingszeit?
ist es Sünde sich zu freuen und zu lieben die Heiterkeit?
so schwer es scheint das zu glauben, ganz ohne Hohn
das Feiern hat im Christentum eine lange Tradition.
Schon Jesus wurde mit seinen Leuten
auf Festen gesehen, wo sie sich freuten
Doch will man dem auf den Grund mehr noch gehen
muss man auch die Bedeutung der Worte verstehen.
Karneval bedeutet: “Leb wohl, du lieber Fleischgenuss“
und kündet an, dass man danach nun fasten muss.
Fasching, hingegen sagen wir hier in Bayern ganz frank,
das bezieht sich auf den letzten Fasten-Schank.
dem letzten Ausschank von Alkohol vor der Fastenzeit
der Christenmensch macht sich damit bereit
mit dem Aschermittwoch die 40 Tage zu zählen
die er sollt dann Alkoholfrei sich ernähren.
Bier – und auch das Bockbier extra gebraut für die Fastenzeit
wird in Bayern natürlich nicht unter Alkohol eingereiht.
Auch wenn diese Regeln früher ausnahmslos allen galten
schadet es auch keinem, sich heute noch daran zu halten.
Auf jeden Fall wie wir alle können sehen nun
hat der Fasching wirklich mit Entscheidung zu tun:
in der Lesung wird uns Feuer und Wasser vorgelegt
doch Feuerwasser zu wählen, ist hier nicht belegt.
Was der Einzelne mit der Fastenzeit wird tun,
das in seiner eigenen Entscheidung mag ruhn.
Vegetarisch oder Vegan die einen sich’s richten
während die anderen auf Tabak oder Alkohol verzichten.
Auch Social Media und Internet reduzieren, man kann
sich dann Wesentlichem mehr zu widmen ist der Plan.
Jesus hat im Evangelium über die Gebote belehrt
die er nicht ändern, noch abzuschaffen begehrt
Denn wer die Gebote hält und halten lehrt,
der wird groß im Himmel sein und unversehrt.
Nicht den kleinsten Buchstaben will er streichen,
nein, kein Jota soll den Gedanken der Moderne weichen.
Schließlich sind die zehn Gebote von Gott gegeben
und deshalb wichtig für unser ganzes Leben
Doch mehr als blindes befolgen aller Worte
will Jesus, dass wir sie sehn als Hilfe und Orientierungsorte.
Das geschriebene Gesetz hat nämlich seine Tücken,
es kann nicht alle Fälle bedenken und auch nicht alle Lücken.
Ein Beispiel aus unserer heutigen Zeit
macht deutlich die falsch-geglaubte Heiligkeit:
Es war einmal ein Schüler – sicher nicht von hier:
der kam zu seinem Lehrer und legte ihm ne Frage führ:
„Herr Lehrer, kann ich eine Strafe kriegen für Sachen, die ich überhaupt nicht hab gemacht?“
der Lehrer sagt: natürlich nicht! Und lacht.
der Schüler, dankbar für dieses Gesetz und diese Sicht,
entgegnet, „welch ein Glück, denn gemacht habe ich meine Hausaufgaben nicht.“
Wie man nun versteht, hat der Lehrer dies nicht bedacht, als er das Gesetz bekannt gemacht.
Auch Jesus hat das Problem schon gesehen
und wollte deshalb das Gesetz viel tiefer verstehen.
Er will die Gebote füllen mit neuem Leben
so, dass die Befolgung derselben, wirklich Erfüllung geben
Er meint, es reiche nicht, was verboten ist, zu lassen,
oder auszuführen, was im Text man kann erfassen
Nein, das Herz im Innern muss es wollen,
was dem Christenmenschen geboten ist, zu sollen.
Beim Thema Schuld kann man hören, dann und wann
„Ach ich bin doch ein guter Christen-Mann
in der Kirch war ich ein oder zweimal schon gewesen
und umgebracht habe ich auch noch kein Wesen.
also kann der liebe Gott mir den Himmel nicht verwehren
ich bin doch heilig und hab’s nicht nötig, umzukehren!“
Das sind so manche Gedanken
die der Teufel tut pflanzen in unseren Flanken.
wie damit umzugehen ist, ausgeführt in einem Gedicht
sagt uns ein Sprichwort, das vom Vogel spricht:
„es kann natürlich passieren, heißt es da, hin und wieder,
dass ein Vogel sich auf den Kopf lässt nieder
aber verhindern kannst du doch, das ist klar,
dass er dort sein Nest baut, Jahr um Jahr.“
Mit anderen Worten, da kann ich nur predigen
schlechten Gewohnheiten soll man sich schnell entledigen
denn bietest du dem Teufel den kleinen Finger an
nimmt er mit Dank die ganze Hand, wenn er kann.
Jetzt will ich hier noch wagen einen Blick in unsere Zeit
auch wenn das heißt, zu trüben unsre Heiterkeit:
Die Welt ist geplagt mit Kriegen, Sturm und Klimawandel,
Dürre, Überschwemmung, Wassermangel,
Flucht, Vertreibung, Größenwahn,
so bahnt sich uns die Zukunft an.
Leid, Zerstörung und viel Elend,
womit sich viele Menschen quälend
fragen, wie und auch warum
ist die Menschheit nur so dumm.
Auch wenn die Waffen vieler Orts noch nicht schweigen,
dürfen wir es dennoch offen zeigen,
dass wir uns nach Gottes Rat
mühen um die gute Tat.
Als Christen, fragt nicht: „Was ist für uns bequem?“
Vielmehr muss man das große Ganze sehn!
Die wicht’gen Fragen sind dafür:
Wozu sind wir als Kirche eigentlich hier?
Ich denke: Umzugehen mit dem, was uns gegeben,
und neues Leben gut zu hegen,
diese Aufgabe ist uns gestellt
jeden Tag auf dieser Welt.
„Ich aber sage euch“, hat Jesus uns heut mitgeteilt:
und so lautet‘s in der Bibel, die ganze Zeit
„Wer die Gebote hält und halten lehrt,
der wird im Himmel groß sein und unversehrt.“
trotzdem, mit seinen machtvoll gesprochenen Worten
verlangt Jesus mehr, als nur Absichten zu horten.
Vielmehr sagt er allen für die 40 Tage: „seid bereit,
für mehr Menschlich- und vertiefte Herzlichkeit.“
AHA – Genug geredet hab‘ ich jetzt.
An dieser Stelle sei gesetzt
ein Schlusspunkt, der das Ende weist.
Gott segne uns mit seinem Geist,
durch den wir all zum Leben kamen.
Gelobt sei Jesus Christus. Amen.
(Erstellt mit Hilfe auch aus verschiedenen Quellen)
