Freitag der sechsten Woche der Osterzeit

Joh 16,20-23: Niemand wird euch die Freude nehmen können.

Beim heutigen Evangelium handelt es sich um eine Abschiedsrede Jesu. Er spricht von seinem bevorstehenden Tod, tröstet die Jünger aber gleichzeitig.

So ist es auch auf unserem persönlichen Glaubensweg unausweichlich, dass es Müdigkeit und Erschöpfung geben wird: Jünger bleiben von Leiden nicht verschont. Manchmal ist es ein Leiden, das von außen kommt, manchmal ist es Entmutigung oder Depression oder die Bosheit anderer, und manchmal entsteht Traurigkeit aus dem Wissen um unsere eigene Sünde.

Aber, so ermahnt uns Jesus, das Leiden ist ein vorübergehendes und unnötiges Ereignis. Wir erleben die Geburtswehen eines neuen, anderen „Wir“. Die Tatsache, dass wir den Glauben kennen gelernt haben, dass wir unser Leben mit Freude für das Evangelium geöffnet haben, bedeutet nicht automatisch, dass wir keine Probleme haben. Unser ganzes Leben ist in Bewegung-sein, ein Weg, manchmal sogar ein anstrengender. Aber selbst der schwersten Geburt steht die Entschlossenheit gegenüber, zu wissen, dass wir ein neues Geschöpf zur Welt bringen.

Während der Glaube uns auch in eine neue Dimension versetzt, wird uns auf dem Weg der Nachfolge zunehmend bewusst, dass die Fülle, nach der wir uns sehnen, hier beginnt, aber anderswo endet. Und im Lichte dessen, was anderswo geschieht, halten wir durch, ohne uns entmutigen zu lassen.

Vertrauen wir dieser göttlichen Verwandlung von Schmerz in Freude. Sie ist das Wunder der Auferstehung.

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