Joh 7:1-2,10,25-30: Sie wollten Jesus festnehmen, aber seine Stunde war noch nicht gekommen.
Wenn Menschen uns lästig oder sogar gefährlich werden, versuchen wir, ihnen aus dem Weg zu gehen, sie los zu werden, der ein oder andere ist auch versucht, zu wünschen, der Betreffende verschwände ganz aus seinem Leben. Solche, die die Macht und die Möglichkeit dazu haben, beenden eine solche Abneigung dann mitunter auch tödlich.
Auch Jesus hatte sich unbeliebt gemacht und war den damaligen Machthabern lästig. Er hatte zu sehr die Wahrheit gesagt. Und, was noch gefährlicher war, er griff die Fundamente der Macht der Jerusalemer herrschenden Clique an. Er warb für ein Umdenken in der jüdischen Religion: Er führte sie auf ihre ursprüngliche Mitte zurück, auf Gottes- und Nächstenliebe, auf Frieden und Gerechtigkeit. Solches löst bei jeder Mafia ähnlich herrschenden Oberschicht die höchste Alarmstufe aus.
Eigentlich erwartet ein Mensch, der anständig und ordentlich lebt, wie wir heute das „gerecht–sein“ nennen würden, dass man ihn anerkennt und respektiert. Viel schneller aber als Ansehen erfährt er den Widerstand und die Feindschaft all jener, die sich nicht so absolut an Recht und Ordnung, an Fairness und Anstand halten. Sie wollen ihn loswerden, weil er für sie das schlechte Gewissen ist, weil er ihnen zeigt, dass man auch anständig leben kann.
Die „Frevler“ genannten Menschen verstehen von Gottes Geheimnissen nichts. Jesus wusste, dass hinter ihm der Vater stand. Er wusste, dass dieser Gott ihn der Hand der Frevler entreißen und ihm neues Leben geben würde. Genau, wie uns, wenn wir es ihm gleichtun.
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