Montag der ersten Fastenwoche – Hl Polykarp

Montag der ersten Fastenwoche – Hl Polykarp

Polykarp kannte noch den Apostel Johannes und wurde von ihm zum Bischof von Smyrna bestellt (vgl. Offb 2,8-11). Als Sprecher der Kirchen von Kleinasien verhandelte er 155 mit Papst Anicet über den Termin des Osterfestes. In Kleinasien muss er großen Einfluss gehabt haben; die Heiden nannten ihn „den Lehrer Asiens, den Vater der Christen, den Zerstörer der Götter“. Als der römische Statthalter ihm befahl, Christus zu verfluchen, antwortete er: „Sechsundachtzig Jahre diene ich ihm, und er hat mir nie ein Leid getan; wie könnte ich meinen König lästern, der mich erlöst hat?“ Er wurde zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt, und als das Feuer ihn nicht tötete, mit einem Dolch durchbohrt. Über sein Martyrium ist ein zuverlässiger Bericht erhalten. Polykarp ist der letzte Zeuge aus dem apostolischen Zeitalter.


Mt 25,31-46 Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan

Die Gerichtsrede des Matthäus geht dahin, dass alle heilig sein sollen, wie Gott heilig ist. An Hand des `Fastenprogramms‘ des Jesaja, wo es heißt, „Das ist ein Fasten, das dem Herrn gefällt!“ zählt er die Werke der Nächstenliebe auf, die unter dem Namen `Werke der leiblichen Barmherzigkeit‘ bekannt wurden. Und es geht wieder nicht um fromme Gefühle, sondern um konkrete Taten: Hungernde sättigen usw. Bedeutend ist, dass Gott sich mit den Leidenden identifiziert. Der leidende Christus wird der Richter auf dem Thron sein. Das wird die Gerechten wie die Ungerechten am meisten erstaunen.

Der verborgene Gott, auf den wir unsere Hoffnung setzen, wird der Richter sein, eins mit den Leidenden aller Zeiten. Die Werke der Barmherzigkeit sind die Kriterien für das Gericht. Der Richter spricht für die Leidenden Dank und Anklage aus. D.h. im Leidenden erscheint uns Gott. Gerade, wenn ein Mensch am Tiefpunkt ist, dann besteht noch immer seine Gottebenbildlichkeit oder gerade noch mehr. Dann gleicht er nämlich dem Gottessohn am Kreuz.

Nächstenliebe, nicht als frommer Schwarm, Nächstenliebe als konkrete Tat, am Nächsten, d.h. an meiner Familie, meinen Freunden, meiner Gemeinde, besonders dann, wenn sie in Not sind. Barmherzigkeit, d.h. Zuwendung zu Menschen, die in Not sind, weltweit, zu allen `Kindern Gottes‘. Und d.h. Konkretes tun gegen Hunger, Wassernot, Wohnungsnot, Versorgungsmangel, Unfreiheit, Krankheit. Oft können wir dies nicht selbst tun. Aber wir können Menschen und Organisationen unterstützen, die Hilfen zu den Menschen in Not bringen. Das ist ein Fasten, wie es dem Herrn gefällt.

Die Fastenzeit mahnt uns immer wieder barmherzig zu sein.

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