1. Juni – Der heilige Justinus – Montag der 9.Woche im Jahreskreis

1. Juni – Der heilige Justinus – Montag der 9.Woche im Jahreskreis

Mk 12,1-12: Sie nahmen seinen geliebten Sohn, töteten ihn und warfen ihn aus dem Weinberg hinaus

EIN LICHT FÜR UNSERE ZEIT. Unser Jahrhundert, das nach einem Vorbild für gelebte Heiligkeit im Alltag sucht, könnte dieses sehr wohl in Justinus finden. Er war nämlich ein Jünger Jesu Christi, vorbildlich sowohl durch die Ernsthaftigkeit seiner intellektuellen Suche als auch durch die Treue zu seinem Glauben. Stets auf der Suche nach der Wahrheit, hörte er, nachdem er sie in Jesus Christus entdeckt hatte, nicht auf, sie zu vertiefen. In seinem unermüdlichen Suchen wird die völlige Hingabe an Christus deutlich, die ihn bis zum Martyrium führen wird. Als aufrichtiger und treuer Mann war Justinus Salz und Licht für die Menschen seiner Zeit.

Justinus gelangte nicht vor allem durch seine intellektuellen Forschungen zur „wunderbaren Erkenntnis des Geheimnisses Christi“, sondern durch die Treue zum Glauben, die ihn bis zum Martyrium führen wird. Mit den Büchern, die er uns hinterlassen hat, aber noch mehr durch sein heldenhaftes Opfer verkündet er auch heute, dass die Menschen nicht durch ihre Weisheit gerettet werden, noch durch das Zur-Schau-Stellen außergewöhnlicher Zeichen. Sie werden durch das Kreuz gerettet, das für die Menschen Torheit und Ärgernis ist, für Gott aber Kraft und Weisheit.


Das Maß ist voll, die Spannung ist zum Zerreißen, es gibt keinen Spielraum mehr. Jesus hat offen von Gott gesprochen, mit offenem Herzen, voller Zuversicht, in der Hoffnung, die verhärteten Herzen derer zu wandeln, die glaubten, das Gesetz perfekt zu kennen. Jerusalem hingegen unterscheidet sich sehr von seinem provinziellen Galiläa: Hier sind die Menschen gewitzt, an alle Neuheiten gewöhnt, und der Tempel thront in seiner ganzen Pracht.

Jesus wurde zunächst mit Neugier betrachtet, dann mit Mitleid, schließlich mit kaum verhohlenem Ärger: Für wen hält sich dieser Zimmermann, der sich zum Propheten aufschwingt? Nun ist das Maß voll: Jesus muss zum Schweigen gebracht werden. Ein für alle Mal. Das tragische Gleichnis von den mörderischen Winzern offenbart die angespannte Lage, in der sich Jesus befindet. Und die Torheit des Menschen, der sich einredet, das Erbe an sich reißen zu können, indem er den Sohn tötet! Wenn wir glauben, die Eigentümer des Lebens, der Schöpfung, der Geschichte zu sein, wenn wir den rechtmäßigen Eigentümer aus dem Weg räumen, zerstören wir am Ende alles. Lasst uns heute in dem Bewusstsein leben, dass alles ein Geschenk ist, damit wir in den Dingen, die wir erleben, die herrliche und diskrete heilsbringende Gegenwart Gottes erkennen können.

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