10. Mai, Dienstag der vierten Osterwoche

An Jesus von Nazareth scheiden sich die Geister.

Die Diskussion in der `Halle Salomos‘ im Jerusalemer Tempel zwischen Jesus und den ortsansässigen palästinensischen Juden ging im Kern um die Thora und den Tempelkult. Jesus bestand auf seiner Aussage, dass das Heil ausschließlich abhänge von einem Glauben an ihn. Er hatte erklärt, was er damit meinte, nämlich, dass er von Gott, dem Vater im Himmel, gesandt sei, `von oben‘ gekommen, und dass er das Brot des Lebens sei, des ewigen Lebens, all das, was die Juden nur Jahwe zuordneten.

Für Jesus waren nicht die Thora und der Tempelkult das alleinige Heilsmittel. Jesus gab sich selbst als den Weg zum Heil und zum ewigen Leben aus. Aber nicht nur seine Lehre und seine Art, den Glauben zu leben, sondern sich selbst. Er ist selbst der neue Tempel und das neue Opfer, das ein für alle Mal, die Sünden hinwegnimmt, und den Menschen, und zwar allen, den Weg zur Gemeinschaft mit Gott und zum ewigen Leben eröffnet.

Die jüdischen Zuhörer waren ja gläubige, religiöse Menschen. Seine Lehre, seine Thoraauslegung hätten sie ohne große Probleme nachvollziehen können. Aber an ihn selbst, an Jesus als Menschensohn, als Messias, als menschgewordener Gott, an den konnten sie nicht glauben.

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