Blasius von Sebaste war der Überlieferung zufolge Bischof von Sebaste in Kleinasien und erlitt 316 das Martyrium. Der Heilige zählt zu den vierzehn Nothelfern. Die bekannteste Erzählung über Blasius berichtet, wie er während seiner Gefangenschaft in einem römischen Gefängnis einem jungen Mann, der an einer Fischgräte zu ersticken drohte, das Leben rettete. Deshalb erteilt die Kirche den Blasiussegen zum Schutz gegen Halskrankheiten. Darin kommt das gläubige Vertrauen auf die Heilszusage Gottes gerade auch für das leibliche Wohlergehen des erlösungsbedürftigen Menschen zum Ausdruck. Die Spendung des Segens ist seit dem 17. Jahrhundert nachgewiesen. Bereits in einer von Aëtios von Amida im 6. Jahrhundert verfassten Sammlung medizinischer Texte findet sich der Blasiussegen als „Mittel“ gegen Halskrankheiten und verschluckte Fischgräten.
Bei der Spendung des Blasiussegens hält der Priester oder der Diakon dem Gläubigen zwei gekreuzte brennende Kerzen in Höhe des Halses vor. Der Segen aus dem Benediktionale lautet:
Auf die Fürsprache des heiligen Blasius bewahre dich der Herr vor Halskrankheit und allem Bösen.
Es segne dich Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist.
Dienstag der vierten Woche im Jahreskreis
Mk 5,21-43: Mädchen, ich sage dir, steh auf!
Zwei Frauen sind die Protagonistinnen des heutigen Evangeliums. Beide haben mit ritueller Unreinheit zu tun: die eine, weil sie vom Tod gezeichnet ist, die andere durch Blutverluste, die sie in ewige Unreinheit stürzen.
Markus bringt die beiden Geschichten geschickt zusammen: Das Mädchen ist zwölf Jahre alt, die Frau leidet seit zwölf Jahren unter ihrer Krankheit, die sie unrein macht. Zwölf Jahre ohne körperlichen Kontakt, ohne eine Umarmung, nichts. Zwölf ist in Israel die Zahl der Fülle. Es ist der absolute, vollkommene Schmerz.
Die unter Blutungen leidende Frau will Jesus berühren und verstößt damit gegen die Norm. Und doch ist sie die Einzige, die ihn mit Vertrauen berührt: andere zerrten an ihm, aber nichts geschah. Markus möchte uns klar machen, dass wir uns Jesus tausendmal nähern können, aber nur wenn wir Glauben haben, kommen wir verändert heraus.
Durch die Berührung zieht sich nicht Jesus die Unreinheit zu, sondern die Frau erfährt Heilung. Ihre Würde ist wiederhergestellt, sie kann sich selbst gegenübertreten, sie kann sprechen, sie kann wieder in der Gesellschaft leben.
Die Tochter des Jairus findet das Leben wieder, dank des Gebets des Herrn, der weiß, dass der Tod ein Schlaf ist, aus dem man erwachen muss.
Gott kann uns von jeder Krankheit heilen, zu neuer Begeisterung erwecken, wenn wir ihm mit Glauben begegnen. Ihm dürfen wir immer wieder auch alle anvertrauen, die im Schmerz der Trauer oder in der Müdigkeit der Krankheit unterzugehen drohen
