Donnerstag, 10. Februar – Hl. Scholastika

Der Name von Scholastika, der Schwester von Benedikt von Norcia, erinnert an die weiblichen Anfänge des abendländischen Mönchtums, die auf der Stabilität des gemeinsamen Lebens beruhten. Benedikt fordert uns auf, Gott zu dienen, nicht indem wir „aus der Welt fliehen“ und in die Einsamkeit oder zur Buße wandern, sondern indem wir in dauerhaften und organisierten Gemeinschaften leben und unsere Zeit strikt zwischen Gebet, Arbeit oder Studium und Ruhe aufteilen. Als sie noch sehr jung war, weihte sich Scholastika mit einem Keuschheitsgelübde dem Herrn. Später, als Benedikt bereits mit seinen Mönchen in Monte Cassino lebte, wohnte sie zusammen mit einer kleinen Gruppe von geweihten Frauen in einem anderen Kloster in der Gegend.


Mk 7,24-30: Die kleinen Hunde unter dem Tisch essen die Brosamen der Kinder.

Markus 7:24-30 – Die Geschichte von der Heilung der Tochter der heidnischen Frau findet sich auch bei Matthäus, aber hier, bei Markus, gibt es weniger Details. Erstaunlich ist jedoch, dass Markus darauf besteht, dass diese Frau der biblischen Tradition völlig fremd ist: Das Ereignis findet in Tyrus statt, also außerhalb der Grenzen Israels, diese Frau ist Syrophönizierin (zwei historisch mit Israel verfeindete Völker!) und sie spricht sogar Griechisch! In Israel standen Reinheit und Heiligkeit im umgekehrten Verhältnis zur Entfernung vom Tempel in Jerusalem: Die Galiläer wurden bereits mit Misstrauen betrachtet, ganz zu schweigen von dieser Frau! Und doch ermutigt Jesus sie und akzeptiert ihren abergläubischen und oberflächlichen Glauben: Wenn das Festmahl des Vaters vor allem für die Kinder Israels bestimmt ist, können auch die kleinen Hunde von den Brosamen essen, die vom Tisch fallen. Überlassen wir es Gott, die Herzen der Menschen zu beurteilen, derer, die wir auch heute noch als „fern“ betrachten, nur weil sie nicht unsere Glaubenserfahrung gemacht haben. Es gibt keine „Fremden“ in den Augen Gottes, sondern jeder Mensch, der in sich selbst eine Antwort und Trost sucht, kann auf geheimnisvolle Weise dem Blick des Herrn begegnen. Überlassen wir Gott das Urteil und seien wir für jeden Menschen, dem wir heute begegnen, ansprechbar!

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