Donnerstag, 2. November Allerseelen (Gedenken aller Gläubig verstorbenen)

Die Pietät gegenüber den Toten geht auf die Anfänge der Menschheit zurück. In christlicher Zeit, seit der Zeit der Katakomben, nährte die Grabkunst die Hoffnung der Gläubigen. In Rom pflegten die Christen mit rührender Einfachheit die Figur des Lazarus in einer Nische darzustellen, in der einer ihrer Verwandten beigesetzt wurde. Fast so, als wolle man damit ausdrücken: So wie Jesus um seinen Freund Lazarus weinte und ihn wieder zum Leben erweckte, so wird er es auch mit diesem seiner Jünger tun!

Das liturgische Gedenken an alle verstorbenen Gläubigen nahm im 9. Jahrhundert im klösterlichen Umfeld Gestalt an. Die christliche Hoffnung findet ihr Fundament in der Bibel, in der unbesiegbaren Güte und Barmherzigkeit Gottes. „Ich weiß, dass mein Erlöser lebt und dass er sich zuletzt aus dem Staub erheben wird“, ruft Hiob inmitten seiner gequälten Geschichte aus. Die endgültige Bestimmung des Menschen ist also nicht die Auflösung im Staub, sondern, nachdem er die Finsternis des Todes durchschritten hat, die Schau Gottes.

Der Apostel Paulus greift das Thema mit großer Ausdruckskraft auf, indem er den Tod und die Auferstehung Jesu als etwas Ganzes darstellt. Die Jünger sind zu derselben Erfahrung berufen, ja ihre ganze Existenz trägt die Stigmata des österlichen Geheimnisses. Deshalb beten die Gläubigen für ihre verstorbenen Angehörigen und vertrauen auf ihre Fürsprache. Sie nähren die Hoffnung, sie im Himmel zu erreichen, um gemeinsam mit den Auserwählten die Herrlichkeit Gottes zu preisen.

Bild:Kostenloses Foto auf Pixabay – Pixabay
Friedhof Grabstein Grab – Kostenloses Foto auf Pixabay – Pixabay

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