Montag der 34. Woche im Jahreskreis

Lk 21, 1-4: Er sah eine arme Witwe, die zwei kleine Münzen in den Opferkasten warf

Die Welt verarmt, während einige wenige Menschen in wachsendem und rücksichtslosem Luxus leben. Der Egoismus ist heute das vorherrschende Modell, das sogar den jüngeren Generationen schamlos nahegelegt wird.

Jesus schlägt heute als Modell der Nachfolge die unbedeutende Geste der Witwe vor, die ein paar Cent in den Tempelschatz wirft. Nichts im Vergleich zu den großen Almosen, die die Honoratioren Jerusalems mit großem Getöse und öffentlichkeitswirksam anbieten, wie es auch heute noch viele tun, die nicht in der Lage sind, Nächstenliebe zu üben, ohne es vor sich her posaunen zu lassen und es der Welt zu zeigen.

Die Witwe erlebt einen dramatischen Moment, wie alle Frauen, die in jener Zeit allein gelassen wurden. Doch diese Geste wird zu einer Lektion. Es gibt Momente im Leben, in denen man alles verliert: die Gesundheit, die Arbeit, einen geliebten Menschen, den Lebenswillen. Ermüdende, schreckliche Momente, in denen wir das Gefühl haben, nicht mehr leben zu können.

Aber die Botschaft dieses Evangeliums ist unglaublich stark: Selbst, wenn unser Herz vor Schmerz und Leid erkaltet ist und wir nicht mehr in der Lage sind, Gefühle zu empfinden oder nicht mehr wissen, wie wir den nächsten Tag überstehen sollen, können wir Licht, Güte, Geschenk, Hoffnung für andere werden. Wir sind uns dessen natürlich nicht bewusst, und vielleicht ist es uns auch egal.

Und doch ist es so, dass wir Jünger, zerbrechliche Mitglieder des Volkes Gottes, von den Witwen und von den Armen lernen können, immer mit dem Allmächtigen zu rechnen und uns – ernsthaft – in die Hände dessen zu begeben, der alles vermag.

Bild: Mutter Deprimiert Obdachlos – Kostenloses Foto auf Pixabay – Pixabay

Kostenlose Nutzung unter der Pixabay-Inhaltslizenz
Please follow and like us:
error
fb-share-icon