Woche 18.2.-24.2.
Wovon habe ich genug? Was macht mich heute reich?
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen
Ewiger Gott, der für uns und seine Schöpfung sorgt,
Jesus Christus, der uns die Fülle des Lebens schenkt,
Heiliger Geist, erneuernde Kraft, in der sich Liebe und Frieden manifestieren,
sei mit uns allen.
LIED: Was uns die Erde Gutes spendet GB 186, EG 508
Zwei Fragen, über die Sie in einer Zeit der Stille nachdenken können.
- Was hat mich in der ersten Fastenwoche beschäftigt?
- Wo hatte ich das Gefühl, von Gott und seiner Schöpfung beschenkt zu werden?
STILLE
LESUNG: PSALM 104
24Wie zahlreich sind deine Werke, Herr.
In Weisheit hast du sie alle gemacht.
Die Erde ist voll von deinen Gütern.
25Da ist das Meer, so groß und unermesslich weit.
Dort wimmelt es von Lebewesen ohne Zahl –
von kleinen und großen Meerestieren.
26Dort ziehen Schiffe ihre Bahn –
auch der Leviatan, den du geschaffen hast.
So kann er im Meer sein Spiel treiben.
27Mensch und Tier halten Ausschau nach dir,
damit du ihnen Essen gibst zur richtigen Zeit.
28Du gibst es ihnen, sie sammeln es auf.
Du öffnest deine Hand, sie essen sich satt
an deinen guten Gaben.
29Wendest du dich ab, erschrecken sie.
Nimmst du ihnen den Lebensatem,
dann sterben sie und werden zu Staub.
30Schickst du deinen Lebensatem aus,
dann wird wieder neues Leben geboren.
So machst du das Gesicht der Erde neu.
31Die Herrlichkeit des Herrn bleibe für immer.
Der Herr freue sich über seine Geschöpfe.
32Ein Blick von ihm genügt, dass die Erde bebt –
eine einzige Berührung, dass die Berge rauchen.
33Ich will den Herrn loben mein Leben lang!
Meinem Gott will ich singen, solange ich bin!
IMPULS
Wenn wir unsere Welt betrachten, können wir eigentlich nur staunen. Der erste
Schnee, der die Landschaft wie ein Wunderland erscheinen lässt, der Regenbogen
am Himmel, wunderschöne Gebirgslandschaften oder die unvorstellbare Weite
des Universums. Faszinierend! Die Natur und ihre perfekt aufeinander
abgestimmten Kreisläufe bieten genug Grund zum Staunen und zum Loben – so
wie es der Schreiber des Psalms tut. Ein Loblied dem Schöpfer, der alles perfekt
gemacht hat.
Dem Staunen weicht leider oft auch Schrecken und Trauer: Naturkatastrophen,
die verschiedene Gebiete der Erde heimsuchen, Leid, Krankheit und Tod lassen
uns manchmal erschaudern: „Wendest du dich ab, erschrecken sie. Nimmst du
ihnen den Lebensatem, dann sterben sie und werden zu Staub.“ – Der Psalmist
beschreibt auch diese Situationen. Und trotzdem bleibt am Ende die Ehrfurcht
vor dem Leben und Dankbarkeit. Der Psalm lobt das Leben in seiner ganzen
Ambivalenz, auch in seinen dunklen Seiten und lebensbedrohlichen Abgründen.
das Lob Gottes schließt das ganze Leben ein.
Erschaudern lässt uns jedoch nicht nur Leid, das wir nicht verhindern können,
sondern auch Krisen und Katastrophen, die vom Menschen verursacht werden.
Die Nachrichten führen es uns jeden Tag vor Augen: Despoten herrschen mit
Willkür über verschiedene Gebiete der Erde, Menschen beuten Tiere aus und der
menschengemachte Klimawandel schreitet voran und bringt die Welt aus dem
Gleichgewicht. In Psalm 104 gibt es anders als in der Schöpfungserzählung in
Genesis, keine direkte Aufforderung an den Menschen, die Schöpfung zu
beschützen und zu behüten. Der Mensch ist Teil der Schöpfung und steht nicht
an seiner Spitze. Dadurch vermittelt der Psalm eine Haltung der Demut
gegenüber allem Leben und fordert indirekt dazu auf, Verantwortung für die
Schöpfung zu übernehmen, um sie in ihrer Schönheit zu erhalten.
Im stressigen Alltag haben wir oft den Blick für diese Schönheit verloren. Wir
verharren in dem, was nicht funktioniert. Zu oft sehen wir schwarz, statt uns an
den zahlreichen schönen Dingen des Lebens zu erfreuen uns diese zu genießen.
Wie bereichernd ist es, einfach mal nur auf das Gute zu schauen und zu spüren,
wie dadurch neue Zuversicht wächst. Und in dieser Zuversicht dürfen wir leben!
„Mensch und Tier halten Ausschau nach dir, damit du ihnen Essen gibst zur
richtigen Zeit. Du gibst es ihnen, sie sammeln es auf. Du öffnest deine Hand, sie
essen sich satt an deinen guten Gaben.“ Wenn wir uns dessen gewiss sind, dass
genug für alle da ist, können wir selbst auch geben und somit anderen Menschen
das bieten, was sie zum Leben benötigen. Nahrung, Beistand, Liebe.
„Ich will loben den Herrn mein Leben lang“ – in dieser Haltung der Dankbarkeit
und des Lobes dürfen wir leben und uns bereichern lassen.
LIED: Gott gab uns Atem (EG 432, GL 468)
VATERUNSER
SEGENSGEBET
Gott, Quelle allen Lebens,
wir stehen vor dir im Staunen.
Über die Weite des Himmels,
über das leise Wachsen der Erde,
über das Wunder jedes Atemzugs.
Wir loben dich für deine Schöpfung,
für Licht und Dunkel,
für Wasser und Wind,
für die Vielfalt der Farben, Formen und Stimmen,
in denen dein Leben aufleuchtet.
Segne unsere Augen,
dass sie die Schönheit deiner Welt sehen.
Segne unsere Hände,
dass sie verantwortlich mit deiner Schöpfung umgehen.
Segne unsere Herzen,
dass sie offen bleiben für die Faszination allen Lebens
So lass uns leben
in Dankbarkeit und Wertschätzung,
getragen von deinem Segen,
heute und alle Tage.
Amen.
KLIMAFASTEN
Die theologischen Impulse sind Teil des Klimafasten – der ökumenischen
Fastenaktion für Klimaschutz und Klimagerechtigkeit. Mehr Informationen zum
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