Blondel Ilolube Tandir aus der Demokratischen Republik Kongo ist Comboni-Missionar und Theologiestudent an der Universität Graz.
Den Großteil meines Lebens verbrachte ich in der DR Kongo, wo ich als Ältester mit einem Bruder und einer Schwester aufwuchs. Nachdem ich die ersten zehn Jahre bei meinen Eltern und Geschwistern verbracht hatte, ging ich nach der Grundschule in das Kleinseminar meiner Herkunftsdiözese (Idiofa), um eine neue Lebens- und Studienerfahrung zu beginnen. Es war das erste Mal, dass ich lange von meiner Familie getrennt lebte. Obwohl es anfangs schwierig war, hat diese Erfahrung von sechs guten Jahren mich in allen spirituellen, intellektuellen und menschlichen Dimensionen meines Lebens geprägt.
Tatsächlich hat mir das Kleine Seminar nicht nur ein Gleichgewicht in meiner Person gegeben, sondern ist auch ein Ort, der das Wachstum meiner Berufung zum Priestertum förderte. Obwohl ich in einem diözesanen Seminar mit einem rein diözesanen Umfeld war, war ich bereit, missionarischer Ordenspriester zu werden. Und alles war mir klar, sobald ich mit dem Leben und der Missionsgeschichte des heiligen Daniel Comboni vertraut wurde. Dieses Treffen fand durch die Lektüre eines kleinen Buches mit dem Titel „Saving Africa through Africa: Afrika durch Afrika retten“ statt. Erstaunt über seinen Eifer und seine Entschlossenheit, seine Mission und Pläne für Afrika umzusetzen, musste ich mich entscheiden, in die Fußstapfen des heiligen Daniel Comboni zu treten: jenes Werkzeug zu sein, das durch sein Leben diesen menschlichen Wert für meine Brüder und Schwestern wiederherstellt, dem Beispiel von Daniel Comboni folgend.
Auf den Spuren Combonis begann ich 2017 meine ersten Schritte, den Beginn meines formativen Kurses. Und der erste Schritt war das Propaedeutikum. Nach drei Jahren Philosophiestudium und dem Postulat in Kisangani, einer der Provinzstädte meines Landes, ging ich zum Noviziat nach Cotonou (Benin). Ein entschlossener und intensiver Schritt, der es mir ermöglichte, meine ersten Gelübde als Comboni-Missionar des Herzens Jesu abzulegen. Nach dieser Phase des Noviziats bin ich nun für die Fortsetzung meiner Ausbildung und meiner theologischen Studien in Graz (Österreich): eine neue Welt, neue Gegebenheiten mit neuen Herausforderungen und neuen Perspektiven. Ich bin überzeugt, dass nur wahre Liebe alle kulturellen, sozialen und menschlichen Barrieren durchbrechen kann. Eine gelebte und geschenkte Liebe ermöglichte es mir, mich gut in die Gesellschaft zu integrieren und ist weiterhin das Motto meines Lebens. Denn durch Liebe kann ich neue Beziehungen aufbauen und diese soziale und missionarische Atmosphäre in meinem Alltag schaffen. Mutter Teresa von Kalkutta sagte: „Nicht alle von uns können große Dinge tun. Aber wir können kleine Dinge mit großer Liebe tun.“ Ich danke Gott für seine Gnade und für das Geschenk, das er mir in jeder Phase meines Lebens und meiner Entwicklung weiterhin gibt. Denn Leben bedeutet für mich, jeden Tag zu wachsen.
Sc. Blondel Ilolube Tandir, mccj
