Seit ungefähr vier Monaten bin ich in unserer ländlichen Gemeinde in der Region Pokot an der Grenze zu Uganda. In dieser Gegend lebt das Hirtenvolk der Pokot. Nach elfjähriger Abwesenheit bin ich zurückgekehrt und habe die Freude an Versammlungen wiederentdeckt – etwas, das ich zuvor nicht genossen hatte –, und das macht mich glücklich.
Gerade heute habe ich mit einer Gruppe von Jugendlichen, die sich in einer Kapelle versammelt hatten, die Eucharistie gefeiert. Am Abend zuvor hatten sie mich gebeten, einen religiösen Film zu zeigen. Wir haben zwar einen kleinen Projektor, aber ich sagte ihnen, sie müssten sich einen kleinen Generator besorgen, da wir keinen haben. Um neun Uhr abends, zwei Stunden nach Sonnenuntergang, teilten sie mir mit, dass sie einen gefunden hätten. Mein togolesischer Begleiter, Bruder Kossi, und ich fuhren wegen der schlechten Sichtverhältnisse mit unserem Auto dorthin. Wir hatten einige Schwierigkeiten, den Weg zu finden, da Bruder Kossi sich verfahren hatte. Da das Gelände trocken ist, werden die Spuren der Motorräder, die als Orientierung dienen, schnell vom Wind weggeweht.
Die Nacht zuvor war dunkel und mondlos – perfekt zum Sternegucken, aber nicht, um den Weg klar zu erkennen. Als wir ankamen, aßen die Jugendlichen gerade ihre Polenta aus Mais und Mangold zum Abendessen. Sie boten uns Milch und Polenta an, um uns zu bewirten, da der Generator noch nicht angekommen war. Eine halbe Stunde später traf er ein, auf einem Motorrad transportiert. Zu unserer Überraschung mussten sie mit einer Zündkerze und einem Kabel improvisieren. Mit großem Geschick gelang es ihnen, obwohl sie keine Techniker waren, den Motor zu starten, allerdings ohne Strom zu erzeugen. Für die Kinder war das eine große Enttäuschung, für uns jedoch eine große Erleichterung, denn dieser Generator hätte die Projektorlampe beschädigen können, und Ersatzteile sind hier nicht erhältlich. Wir übernachteten dort, und am nächsten Tag feierten wir mit den Jugendlichen die Eucharistie.
Dieses Treffen ist ein Beispiel für die Versammlungen, die unsere Katholiken in Kenia spontan organisieren. Ich denke dabei zum Beispiel an den katholischen Frauenverein, der sich in einer der Kapellen der Mission trifft. Da die Entfernungen groß sind, fahren sie mit dem Motorrad, zu zweit oder zu dritt auf einem Fahrzeug, oder sie mieten ein Transportmittel.
Das Gleiche gilt für den katholischen Männerverein und den katholischen Jugendverein. Diese Zusammenkünfte werden ohne die Koordination durch Priester organisiert werden. Sie laden uns zur Eucharistiefeier, zu einem Vortrag oder zur Vorführung eines religiösen Films ein, wie es die heutige Gruppe getan hat. Zusammenzukommen ist immer schön. Hier tun wir das jeden Sonntag zur Sonntagsmesse. Auch wenn sie zwei Stunden dauert, beschwert sich niemand. Alle nehmen freudig an der Feier teil, singen und tanzen.
Pater Tomás Herreros, mccj
