Antonius von Padua war Portugiese, geboren in Lissabon 1195. Mit fünfzehn Jahren trat er bei den Augustinerchorherren ein. Als aber 1220 die ersten Märtyrer des Franziskanerordens von Marokko nach Portugal überführt und in Coimbra bestattet wurden, machte das einen so tiefen Eindruck auf Antonius, dass er Franziskaner wurde. Sein Wunsch, in Marokko zu wirken, ging aber nicht in Erfüllung: nach einem kurzen Aufenthalt dort wurde er krank, und auf der Rückreise verschlug es ihn nach Italien. Franz von Assisi ernannte ihn zum Lehrer der Theologie für die Minderbrüder in Bologna. Aber das eigentliche Feld seiner Tätigkeit wurde die Predigt. In Norditalien, Südfrankreich und zuletzt in Padua strömten ihm die Volksmassen zu. Er trat gegen den Wucher auf und setzte sich überhaupt für die Rechte der Armen ein. Schon 1231 starb er, erschöpft von seinen übermenschlichen Anstrengungen. Pius XII. erklärte ihn zum Kirchenlehrer.
Mt 5,33-37: Ich sage euch: Ihr sollt nicht schwören.
Das dritte Thema, das Jesus in der sehr strengen Bergpredigt anspricht, betrifft die Echtheit und die Wahrheit.
Der Eid war eine weit verbreitete Praxis und diente dazu, die Aufrichtigkeit eines Bündnisses und der Person, die ihn ablegte, zu garantieren. Jesus geht noch weiter, er übertreibt, er geht sehr hoch hinaus: Die Ehrlichkeit der Aussage wird sicher nicht dadurch garantiert, dass man bei Gott oder beim Tempel oder beim Tempelschatz schwört. Also macht er es kurz: Es ist besser, nicht zu schwören.
Wir haben keine Macht über irgendetwas, nicht einmal über uns selbst, über unser Schicksal. Wir können kein einziges Komma an dem ändern, was wir sagen und tun, wir sind zerbrechlich und begrenzt. Warum also fluchen?
Besser ist es, immer wahrhaftig zu sein, transparent zu sein. Aber dazu müssen wir erst lernen, uns selbst gegenüber so zu sein, indem wir uns mit dem Spiegel des Wortes konfrontieren. 3
Nur in Gott können wir entdecken, wer wir sind und wozu wir bestimmt sind. Nur in Gott können wir furchtlos sein, unsere Schatten annehmen, sie vom Geist erleuchten lassen, unsere Sünden beim Namen nennen und uns verleumden, ohne dass uns die Entmutigung überfällt. In Gott lernen wir, wirklich wir selbst zu sein, ohne uns zu verstellen.
