20. Mai, Freitag der fünften Osterwoche

Joh 15,12-17: Dies gebiete ich euch: dass ihr einander liebt.

Ein Befehl, ein Gebot. Erstens. Vergesst die sechshundertdreizehn Mitzvoth, die der fromme Israelit zu beachten hatte. Und auch die zehn Worte, die Mose auf dem Sinai sprach. Und auch das Doppelgebot, das uns die Synoptiker überliefern. Nach Johannes gibt Jesus ein einziges Gebot, und zwar während der langen Rede, die seiner Verhaftung vorausgeht, ein intensives geistliches Testament, das man sich einprägen sollte. Ein einziges Gebot: Liebt einander mit der Liebe, mit der wir vom Herrn geliebt werden.

Ahmen wir seine Liebe in unseren Beziehungen nach, fragen wir uns, wenn wir vor einer Entscheidung stehen oder eine Handlung ausführen müssen, was der Herr an unserer Stelle getan hätte. Wir sind von Gottes Zärtlichkeit dazu auserwählt worden, seine Zeugen zu sein, um allen Menschen die Neuheit eines Gottes zu verkünden, der sich selbst gibt und Leben schenkt. Wir müssen diese Liebe in den Mittelpunkt unserer Verkündigung, unseres pastoralen Handelns stellen, damit sie der Motor und die Seele der Kirche sein kann.

Nur so können wir das Evangelium lebendig und glaubwürdig machen: indem wir es mit der Liebe, die wir uns schenken, relevant und lebendig machen.

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