Meine Zeit steht in deinen Händen (16. So. i. J. – Lk 10, 38-42)

Zeit ist Geld, sagen die Leute,
und dahinter steckt die Frage, ob sich auch alles rechnet.
Eine gute Kalkulation ist schon der halbe Gewinn.

Aber es gilt auch:
Als Gott die Welt erschuf, hat er von Eile nichts gesagt.
Eine andere Weise, über Zeit nachzudenken.
Hektik und Tempo sind nicht immer gute Ratgeber.

Nur ja nichts verpassen!, höre ich dagegen gesetzt.
Immer das Handy am Ohr,
keine Minute unerreichbar sein,
rund um die Uhr am Ball,
auf die Sekunde Liebe oder Zorn,
immer potent,
stets einsatzbereit.

Das ist der pure Unsinn.
So perfekt läuft das Leben nicht ab.
Viel wichtiger ist die Gewissheit:
Meine Zeit steht in Gottes Händen.
Das gibt mir Ruhe.
Und Gelassenheit.
Das macht Sinn.

Aus: Gottfried Hänisch, Für ein paar Minuten, Das neue Andachtsbuch, Hamburg 2001, 8. Januar.

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