Pater Joseph Mumbere Musanga begleitet christliche Gemeinschaften, die sich für den Umweltschutz einsetzen. Ein andauernder Kampf.
Ich bin Kongolese und arbeite seit fast fünf Jahren in Brasilien, genauer gesagt im Vorort Pequiá der Stadt Açailândia im Bundesstaat Maranhão. Bei meiner Ankunft wurde mir klar, dass das größte Leid unserer Bevölkerung durch die Luftverschmutzung von den Stahlwerken und den Einsatz giftiger Pestizide im Soja- und Eukalyptus-Anbau verursacht wird. Meine größte Freude war es, Männer und Frauen kennenzulernen, die für ihre grundlegenden Menschenrechte kämpfen und die, wie der kleine David, den Goliaths des Bergbaus und der Agrarindustrie gegenüberstehen, die für die Abholzung des Gebiets unserer Mission verantwortlich sind.
Ich wurde Zeuge des Teilerfolgs der Bewohner von Pequiá de Baixo, die seit Jahren unter der industriellen Verschmutzung und deren Folgen leiden. Diese Menschen begannen 2005, begleitet vom Verein „Justiça nos Trilhos“, den wir Comboni-Missionare gegründet hatten, ihre Rechte einzufordern. Sie forderten Entschädigungen sowohl von den umweltverschmutzenden Industriebetrieben als auch vom Staat, der Schuld daran hatte, deren Handeln zugelassen zu haben. Dies führte zur Umsiedlung des gesamten Stadtviertels und zum Bau neuer Häuser für die 312 Familien, die dort lebten. Am 25. Oktober 2024 wurden die Schlüssel für die neuen Häuser im Stadtteil Pequiá da Conquista übergeben.
Die Einweihungsfeier markierte den Abschluss eines zwei Jahrzehnte währenden Kampfes und gab einer Gemeinschaft ihre Würde zurück, die angesichts der verheerenden Auswirkungen der Umweltverschmutzung großen Gegenwehr geleistet und enorme Widerstandskraft bewiesen hat. An diesem Tag teilte ich mit den Menschen eine überwältigende Emotion. Tränen und Umarmungen vermischten sich mit der Stärke derer, die angesichts der Widrigkeiten niemals aufgegeben haben. Die Gesichter der Nutznießer strahlten vor Hoffnung auf ein gerechteres und würdigeres Leben für diese Söhne und Töchter Gottes. Doch das war nur ein Teilerfolg. Der Kampf geht weiter, und leider mangelt es in Açailândia an Zusammenarbeit zwischen den Führungskräften und den Priestern der Stadtpfarreien, um diese Herausforderungen gemeinsam anzugehen, im Sinne der Soziallehre der Kirche und der vielen brüderlichen Kampagnen, die von der Brasilianischen Bischofskonferenz gefördert werden.
Wir Comboni-Missionare organisieren jedes Jahr gemeinsam die „Festa da Colheita“, ein Volksfest, dessen Ziel es ist, die ökologische Familienlandwirtschaft der lokalen Bauern zu verteidigen und zu fördern, die mit ihrer Arbeit die Lebensmittel produzieren und auf den Märkten verkaufen, die wir konsumieren. Leider schließen sich uns nur wenige engagierte Laien an, um diese Aktion des Widerstands gegen groß angelegte, räuberische und umweltschädliche Projekte zu organisieren. Diese Situation macht mich traurig, denn wenn alle Pfarreien sich gemeinsam für den Schutz unseres gemeinsamen Hauses einsetzen würden, wäre unser Zeugnis stärker und wir könnten in dieser pastoralen Arbeit der integralen Ökologie größere Ergebnisse erzielen.
Trotzdem setzen wir unsere missionarischen Aktivitäten fort, im Bewusstsein, dass alles miteinander verbunden ist und dass wir, wie Papst Franziskus uns in Laudato si’ gelehrt hat, nicht mehrere Krisen erleben, sondern eine einzige sozio-ökologische Krise.
Pater Joseph Mumbere, mccj
