18. Januar – Mittwoch der zweiten Woche im Kirchenjahr

Mk 3,1-6: Ist es am Sabbat erlaubt, ein Leben zu retten oder es zu töten?

Das Ende des ersten Teils des Markusevangeliums ist voller Dramatik, es ist ein Epilog voller Spannung und Gewalt. Die Pharisäer haben die Arbeit dieses improvisierten Rabbiners lange beobachtet, sie haben erst gemurrt, dann widersprochen, jetzt handeln sie, um ihn zu stoppen.

Der Unterschied zwischen ihrer Auffassung von Religion und der Jesu ist in der heutigen dramatischen Erzählung gut zusammengefasst: Für die Pharisäer besteht der Kern des Glaubens in der Einhaltung der Norm. Für Jesus hingegen steht der gelähmte Mann im Mittelpunkt.

Gott stellt das Wohl des Menschen in den Mittelpunkt seines Handelns, das ist die außergewöhnliche Botschaft des Wortes Gottes. Manche Menschen, die meinen, für Gott zu sprechen, stellen dagegen das Bemühen des Menschen, Gott zu gefallen, in den Mittelpunkt.

Der Unterschied ist unüberbrückbar, er markiert einen Wendepunkt, er verändert die Perspektive. Die Norm rutscht an die zweite Stelle, an erster Stelle steht das Glück des Menschen in der Fülle Gottes. Jesus stellt den leidenden Menschen in den Mittelpunkt, er passt die gesunde und heilige Norm, wie die Einhaltung der Sabbatruhe, dem konkreten Fall an. Gott ist glücklich, wenn der Mensch sich daran erinnert, dass er ein Sohn / eine Tochter ist, und einen Tag der Ruhe und des Feierns widmet. Aber noch glücklicher ist er, wenn der Mensch am Festtag seine körperliche und moralische Unversehrtheit wiedererlangt!

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